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Metamorphosen – Vom Fundstück zum Kunstwerk

Ina Ewers-Schultz

Sammeln und verwandeln

Weggeworfenes, undefinierbares Gerümpel, unbrauchbar geworden und scheinbar nutzlos, bildet die Grundlage des künstlerischen Schaffens von Irene Nestler. 1986 sammelte sie am Hamburger Hafen erste Fundstücke. Zu Hause im Atelier wurden diese Gegenstände miteinander in Verbindung gebracht, neu kombiniert und verwandelten sich in den Händen der Künstlerin zu Kunstwerken. Taureste, rostige Nägel, Blech- und Holzteile, alte Schwimmer von Tauen an Rettungsbooten, Gestelle von Regenschirmen, Bürstenköpfe und vieles mehr wurde zum Ausgangsmaterial für Figuren. Montiert und mit Fäden versehen wurden sie zu beweglichen Objekten von großer eigener Ausdruckskraft, den sogenannten Fegsel-Figuren.

Die Benennung durch die Künstlerin geht auf den mundartlichen Begriff Fegsel zurück, der die auf Schiffen zusammengefegten Reste nicht mehr zu verwertender Dinge bezeichnet. Dabei verraten die Fundstücke, die Irene Nestler sammelt, oftmals ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr. Doch in den Augen der Künstlerin ist es nicht das einzelne Teil, das zählt; die Wertigkeit ergibt sich allein aus dem neuen Zusammenklang, in den es durch den künstlerischen Prozess gestellt wird. Dabei arbeitet die Künstlerin nach dem Prinzip der Assemblage: die Teile werden miteinander kombiniert und erhalten eine neue Bedeutung im Gesamtgefüge.

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