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Metamorphosen

Individuen

Inzwischen sind seit den Anfängen mehr als dreißig Fegsel-Figuren unterschiedlichster Art entstanden, mit denen sich die Künstlerin ihr Haus und Atelier teilt. Die kleinste Figur misst lediglich fünf Zentimeter, die größte 95. Jede hat ihren spezifischen Charakter. Die Verwendung filigraner Dinge wie etwa das drahtige Gerüst eines Regenschirmes oder derber Holzteile und dicker Taue bestimmt entscheidend die Figur und ihre Persönlichkeit. Afrikanische Instrumente, ein Gitarrenhals oder Blinklichter und andere Fundstücke werden so verwandelt, dass ihre ursprüngliche Funktion in den Hintergrund rückt und durch den neuen Zusammenhang überdeckt wird. Die fertigen Figuren haben eine so große Ausstrahlung, dass sie ihrem Charakter entsprechend mit Namen versehen werden. Dadurch wird die Persönlichkeit der geschaffenen Figuren verstärkt und zugleich ein Hinweis auf die besondere Beziehung der Künstlerin zu ihren Geschöpfen gegeben, auf die Eigenständigkeit, die sie ihnen zubilligt.

Ihre Besonderheit zeichnet jede Figur schon während der Entstehung aus. Irene Nestler lässt sich durch die haptischen und optischen Qualitäten der gesammelten Fundstücke anregen und erfindet so ihre Figuren ohne vorherige rationale Durchdringung in einem intensiven, fast rauschhaften Arbeitsprozess. Durch den Fundus zahlreicher Fegsel werden Inspirationen freigesetzt, die während der Entstehung der Figuren neue Sinnfelder und visuelle Bezüge erschaffen. Dreidimensionalität, Skurrilität sowie Oberflächenstrukturen und ihre Reize gehen dabei eine gleichwertige Mischung ein. Der abgebrochene Griff einer Säge mutiert zur Nase und zusammen mit einem schlichten Holzstück entsteht der Kopf eines alten Mannes. Die Wahl der Gegenstände für die übrigen Körperteile ergibt sich nun aus diesen Vorgaben und ihrer Wirkung. Die Figuren sind in sich stimmig, harmonisch, ohne ihre Einzelbestandteile zu verleugnen. Die Proportionen und die aufeinander bezogene Wirkung der Materialen bestimmen ihren individuellen Charakter.

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